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Eine Hand fängt Wasser auf

Neues Tarifsystem Trinkwasser

evd führt neues Tarifsystem für Trinkwasser ein

Die evd führt zum 1. Januar 2020 ein neues Tarifsystem für Trinkwasser ein. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen  zum  neuen Trinkwassertarifsystem. Unsere Fragen-/Antwortenlisten erläutert Ihnen die wichtigens Hintergründe:

Warum führt die evd ein neues Tarifmodell für Trinkwasser ein?

Die evd versorgt täglich 65.000 Menschen in Dormagen mit Trinkwasser in Lebensmittelqualität. Hinter der hohen Qualität und ständigen Verfügbarkeit stecken viel Arbeit für Betrieb, Instandhaltungsmaßnahmen sowie die stetige Erweiterung des Wasserversorgungssystems.

Die Kosten für die Wasserversorgung fallen aufgrund der hohen Anforderungen zum größten Teil unabhängig von der verbrauchten Wassermenge an. Um die hohe Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit dauerhaft aufrechterhalten zu können, muss die evd in Anlagen und Infrastruktur investieren. Dafür benätigt die evd Planungssicherheit. Diese ist nur gewährleistet, wenn den fixen Kosten auch fixe Einnahmen gegenüberstehen.

Bisheriges Tarifmodell führt langfristig zu Kostendeckungslücke

Das bisherige Tarifmodell für Trinkwasser in Dormagen bildet die tatsächlichen Kosten der Trinkwasserversorgung langfristig nicht mehr ausreichend ab. Trotz wachsender Bevölkerungszahlen ist der Wasserverbrauch in Dormagen seit Jahren konstant. Durch wassersparende Geräte und bewussterem Verhalten sinkt der Pro-Kopf-Verbrauch des Trinkwassers stetig. Der Bevölkerungszuwachs in Dormagen bedeutet zudem, dass das Leitungsnetz der evd z.B. durch Erschließung von Neubaugebieten ständig erweitert werden muss. Die Kosten für die Instandhaltung des Netzes steigen, wohingegen die Einnahmen der evd aufgrund des sinkenden Pro-Kopf-Verbrauchs konstant bleiben oder sogar sinken. Auch wenn die Wasserabnahme im Sommer steigt, werden die Einnahmen der evd auf Dauer nicht mehr ausreichen, um die anstehenden Investitionen zur Instandhaltung und Modernisierung der Wasserversorgung zu finanzieren. Das ginge nur mit stark steigenden Wasserpreisen. Dem will die evd entgegensteuern“.

Die Kosten der Wasserversorgung sollen verursachungsgerechter gemäß der Inanspruchnahme auf alle Nutzer des Systems verteilt werden. Der Preis für Trinkwasser in Dormagen hat sich bisher zum größten Teil nach der verbrauchten Trinkwassermenge und nach der Größe des verbauten Zählers bemessen. In diesem Tarifmodell zahlt ein Einfamilienhaus denselben Grundpreis wie zum Beispiel ein Fünffamilienhaus, da in nahezu allen Häusern nur ein Zähler pro Gebäude verbaut ist. Die Kosten sind also ungleich verteilt. Während kleinere Häuser mehr zahlen, zahlen Bewohner eines Mehrfamilienhauses einen viel geringeren Grundpreisbetrag nur deshalb, weil sie sich mit mehreren Parteien die Kosten für den Wasserzähler teilen, obwohl sie dieselbe Leistung in Anspruch nehmen, wie eine Familie in einem Einfamilienhaus.

Für eine zukunftsfähige Trinkwasserversorgung

Um die Trinkwasserversorgung in Dormagen auch weiterhin zukunftssicher aufzustellen und die Kosten verursachungsgerechter unter den Nutzern des Systems zu verteilen, hat die evd die Einführung eines neuen Tarifmodells geprüft. Grundlage für die Untersuchung waren Daten aus der Befragung der evd Wasserkunden. Im Mai 2019 hat die evd alle Hauseigentümer angeschrieben und gebeten, die Art der Nutzung (gewerblich/privat) sowie die Anzahl der Wohneinheiten bzw. Gewerbeeinheiten mitzuteilen. „Mehr als 65% Prozent der Kunden haben an der Auskunft teilgenommen. Eine hohe Quote mit der wir sehr zufrieden waren“, sagt der evd-Geschäftsführer. Die erhobenen Kundendaten zeigten, dass ein neues Preismodell das aktuelle Preissystem ersetzen kann und die Umstellungseffekte gering gehalten werden können. Das neue Tarifmodell für Trinkwasser in Dormagen wird zum 1. Januar 2020 eingeführt. 

Der bisherige zählerbasierte Grundpreis wird durch einen sogenannten Systempreis ersetzt. Dieser staffelt sich nach Anzahl der Wohneinheiten in einem Gebäude bzw. bei Gewerbe oder sonstiger Nutzung nach Verbrauchsklassen. Der Mengenpreis für einen Kubikmeter Trinkwasser reduziert sich dafür von bisher 1,69 Euro (brutto) je Kubikmeter auf 1,23 Euro (brutto).