Verwaltung

„Die Energiewende vollzieht sich auch bei uns in Dormagen“

(vom 08.10.2014)

Im Gespräch mit Dipl.-Ing. Klemens Diekmann, Geschäftsführer der evd

Klemens Diekmann, evd

 

Herr Diekmann, Sie sind jetzt seit fast genau einem Jahr bei der energieversorgung dormagen. Wie gefällt es Ihnen hier am Rhein?

Diekmann: Nach einem Jahr kann ich sagen, dass es mir hier sehr gut gefällt. Die Menschen sind aufgeschlossen und freundlich, sie haben eben die sprichwörtliche Rheinische Mentalität. Insofern war es eine Punktlandung.

Was war denn Ihr erster Eindruck von diesem Unternehmen?

Diekmann: Wenn man neu in ein Unternehmen kommt, vor allen Dingen in eine Führungsposition, verschafft man sich natürlich zunächst einen eigenen Eindruck vom Innenleben des Unternehmens. Wie ist es um die Organisationsstrukturen bestellt und wie steht es um die Motivation der Mitarbeiter? Da habe ich relativ schnell und mit Freude festgestellt, dass die evd ein junges und motiviertes Team hat, kompetente Führungskräfte und dass alle Mitarbeiter den Bürgern dieser Stadt gegenüber sehr dienstleistungs- und kundenorientiert auftreten.

Die energieversorgung dormagen als Energiedienstleister für Dormagen ist von sehr viel größeren Unternehmen umgeben. Ist das eine schwierige Situation? Muss man sich da behaupten? Oder hat das für Ihre Geschäftspolitik und Tagespraxis gar keine Auswirkungen?

Diekmann: Mittlerweile hat sich ja der Markt so entwickelt, dass wir uns tagtäglich behaupten müssen. Es gibt hier bei uns nicht nur Energieanbieter aus der Region, sondern im Prinzip aus ganz Deutschland. Unser Vorteil als evd besteht darin, dass wir ein kleineres Unternehmen sind und dadurch deutlich schneller und flexibler sind. Und dass wir unsere Stärken vor Ort ausspielen können, zum Beispiel durch ein zentral gelegenes eigenes Kundenforum. So können wir den Kunden hier in Dormagen besten Service bieten.

Der Begriff der Energiewende ist in aller Munde. Kann sich da ein regionales Unternehmen von der Größe der evd aktiv einbringen? Oder können Sie hier lokal im Grunde nur das vollziehen was man Ihnen auf politischer oder EU-Ebene vorgibt?

Diekmann: Sowohl als auch. Das, was vorgegeben wird, wird natürlich auch lokal umgesetzt. Ein gutes Beispiel ist sicher der Ausstieg aus der Kernenergie, der alle Energieversorger betrifft oder auch die gesamte Gesetzgebung rund um das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Das sind Dinge, die von höherer Ebene vorgegeben werden und die wir auch hier umsetzen.

Andererseits gibt es natürlich durchaus auch regionale und lokale Aktivitäten, die man unter dem Begriff „Energiewende" fassen kann. So kann man diesen Prozess durch eigene Produkte und Dienstleistungen vor Ort für die Dormagener Bürger - zum Beispiel die Hauseigentümer - im Bereich der Energieeffizienz vorantreiben.

Viele Bürger haben den Eindruck, die Energiewende käme nicht so recht voran. Ist das zutreffend? Gibt es neben den vielen Kontroversen - zum Beispiel über Windparks, neue Stromtrassen, die Förderpolitik der Bundesregierung - auch  Bereiche, in denen schon Erfolge zu verzeichnen sind? Was vielleicht gar nicht so wahrgenommen wird, weil Negativmeldungen das überlagern?

Diekmann: Ich habe gerade heute Morgen gelesen, dass die regenerativen Energien mit 28,5 Prozent erstmals den größten Anteil am inländischen Stromverbrauch hatten, also noch vor der Braunkohle und Kernenergie liegen. Daran sieht man schon, dass die Energiewende voran geht. Es gab ja auch schon einzelne Tage, an denen die erneuerbaren Energien den Strombedarf praktisch komplett decken konnten.

Andererseits gibt es natürlich Bereiche, wo man sagen könnte, die Energiewende geht nicht voran. Beispiele sind die Anbindung der Offshore-Windparks in der Nordsee und die fehlenden Stromtrassen für Höchstspannung.

Bei der Energiewende dürfen wir uns jedoch nicht nur auf den Bereich Strom fokussieren. Ganz wichtig ist auch der Bereich Wärme. Da hat der Gesetzgeber zum Beispiel durch neue Regelungen für Neubauten einiges vorangetrieben. Dadurch ist  der Wärmebedarf deutlich zurückgegangen. Dieses neue Bewusstsein sieht man zum Beispiel auch an den Elektrogeräten im Haushalt. Heutige Kühlschränke, Waschmaschinen oder Geschirrspüler verbrauchen deutlich weniger als früher. Auch diese gestiegene Energieeffizienz steht im Zeichen der Energiewende.

A propos Energiewende: Die evd engagiert sich seit einiger Zeit intensiv im Bereich der Elektromobilität. Sie schafft hier in Dormagen die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge, für E-Bikes und Pedelecs, zum Beispiel durch Ladestationen. Sind die Dormagener aus Ihrer Wahrnehmung aufgeschlossen und bereit auch neue Wege zu gehen?

Diekmann: Das kann ich mit einem Ja beantworten. Wir betreiben seit 2012 mehrere Ladestationen für Fahrräder und Elektroautos. Und wir stellen fest, dass diese Infrastrukturangebote der evd sehr rege von den Dormagenern angenommen werden.

Natürlich kann man das noch ausbauen. Aber wir müssen das alles auch im Gesamtzusammenhang sehen, zum Beispiel bei den Elektrofahrzeugen. Welche Fahrzeuge sind auf dem Markt? Was leisten sie? Wie ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis? Da gibt es im PKW-Bereich sicher noch Entwicklungspotenzial. Bei E-Bikes und Pedelecs hingegen erleben wir einen Boom.

Auf technologischer Seite gab es in jüngster Zeit viele Innovationen, von denen bereits etliche Marktreife erlangt haben. Man denke an den Smart Meter oder die Brennstoffzelle. Da haben Sie ja auch in Dormagen erste Erfahrungen sammeln können. Die evd ist auf diesem Gebiet immer aufgeschlossen gewesen und bereit, neuen technischen Lösungen eine Chance zu geben. Ist das auch Ihre Strategie als neuer Geschäftsführer?

Diekmann: Unbedingt. Denn nur über neue Technologien wird man auch einen neuen technischen Standard entwickeln können. Wir haben gerade in diesem Jahr bei einem Kunden in Kooperation einen Feldversuch bezüglich einer Brennstoffzelle in Anbindung an ein modernes Mess-System (Smart Meter = intelligente Zähler) laufen. Wir beobachten sehr genau die Entwicklung der Mini- und Mikro-BHKWs.

Ziel der evd muss es aber natürlich auch immer sein, nachdem einzelne Pilotprojekte unterstützt wurden, neuen Technologien auch in neue Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Das kann beispielsweise das so genannte Contracting sein. Etwa bei Mini-BHKWs oder auch beim modernen Brennwertkessel mit Solaranlage, bei denen die evd die Wertschöpfungskette im Kontext Wärme- und Stromerzeugung vor Ort in Kooperation mit dem Kunden vorantreiben würde.

Die evd beliefert ja nicht nur Haushaltskunden, sie hat auch Gewerbekunden. Und die möchten eigentlich mehr als nur die Belieferung mit Strom, Wärme, Wasser und Erdgas. Sie möchten bei möglichst energieeffizienten Lösungen unterstützt werden. Welchen Stellenwert haben für Sie als Geschäftsführer dieses Unternehmens solche Energiedienstleistungen?

Diekmann: Ich bin der festen Überzeugung, dass ein innovativer Energiedienstleister auch wirklich den Begriff „Energiedienstleistung" ernst nehmen und mit Leben füllen sollte. Dazu stehen wir. Deshalb haben wir uns gerade personell verstärkt, um das Geschäftsfeld Energiedienstleistungen ebenso für unsere Geschäfts- und Gewerbekunden weiter auszubauen.

In der Tat, Geschäftskunden erwarten heute neben attraktiven Produkten für die Belieferung auch Hilfestellungen in Sachen Energieeffizienz. Also Energieeinsparberatung oder Angebote ähnlich dem Autoleasing im Bereich der Energietechnologie, für Licht, für Kälte, für Wärme. Auch da können wir natürlich mit den entsprechenden Produkten unseren Geschäftskunden Lösungen bieten.

Mit welchem Gefühl schauen Sie in die Zukunft? Sind Sie zuversichtlich, dass die evd und Dormagen unter den sich wandelnden Bedingungen im Energiebereich zurechtkommen werden?

Diekmann: Ja, ich glaube, dass wir mit den wandelnden Bedingungen zurechtkommen. Ich würde da sogar noch hinzufügen, dass ich sehr optimistisch bin, weil die Energiewende lokal und regional stattfinden wird. Sie bietet natürlich große Chancen, gerade für die Unternehmen und den Energiedienstleister vor Ort. Es gibt aber auch Risiken. Immer neue Vorschriften und Gesetze sind hinsichtlich der Planungssicherheit natürlich eine Herausforderung. Aber alles in allem kann man schon sagen: Gerade für die kleineren Unternehmen - wie die evd - gibt es gute Zukunftsperspektiven.

Herr Diekmann, vielen Dank für das Gespräch.

 

Das Interview führte Dr. Mathias R. Schmidt, Freier Journalist und Autor, Fulda.

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