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30.04.2012

evd bringt die E-Mobilität in Dormagen voran

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EVD Kreis

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Zum SCHAUFENSTER-Artikel „Bürgerprotest gegen die evd" vom 10. September erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:

(vom 26.09.2011)

Seit 37 Jahren bin ich in unterschiedlichen Bereichen der evd energieversorgung dormagen beschäftigt. Nun muss ich erleben, wie dieses städtische Unternehmen von den so genannten „Gasrebellen" immer wieder in fragwürdiger Weise in die Schlagzeilen gebracht wird. „Wenn Unrecht Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht." Dieses Brecht zugeschriebene Zitat, das ursprünglich wohl auf Papst Leo XIII. zurückgeht, wird häufig im Zusammenhang mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus verwendet. Nun wirft man die evd mit Massenmördern in eine Schublade. Wirklich ein tolles Gefühl für die betroffenen Mitarbeiter.

Was hat das Unternehmen verbrochen? In alten Gasversorgungverträgen befindet sich eine Klausel, die vom Bundesgerichtshof für unwirksam erklärt wurde. Das Unternehmen hätte diese Klausel einseitig zum Nachteil der Kunden auslegen können, was in der Praxis aber nicht geschehen ist. Es handelt sich also um einen reinen Formfehler.

Wenn Kunden diesen Formfehler ausnutzen wollen, um Geld zurückzuerhalten, steht ihnen das frei. In einigen Fällen wurde erfolgreich geklagt. Der Großteil der Kunden hat bisher aber auf Einsprüche verzichtet - offensichtlich auch, weil man sich fair behandelt fühlt. Dass die Energiepreise steigen, ärgert uns alle. Ist das aber ein Grund, die evd zu zwingen, das Erdgas im Nachhinein billiger abzugeben, als es eingekauft wurde? Wer übervorteilt hier wen?

Herrn Woitzik und Herrn Manoussos sei es unbenommen, ihre privaten Ansprüche gegen die evd geltend zu machen, soweit sie juristisch berechtigt sind. Fragwürdig finde ich, wenn sich beide als Anwalt der Bürger aufspielen und das Ganze dann auch noch politisch in eine Zentrumsinitiative einmündet. Denkt hier irgendwer vielleicht einmal an die Menschen aus Dormagen, die bei der evd beschäftigt sind? Oder an die Handwerksbetriebe aus unserer Stadt, die von den Aufträgen der evd leben? Oder an die von der evd geförderten Vereine?

Mir macht diese Kampagne Sorgen, weil sich offensichtlich niemand für die Hintergründe interessiert. Die Parole „Geld zurück für alle" klingt verlockend. Die Rechnung müssten am Ende aber die Dormagener Bürger selbst bezahlen, die zu 51 Prozent Eigentümer der evd sind und womöglich das Personal.

Wer spricht darüber? Und wer fragt nach den Klauseln in den Versorgungsverträgen anderer Unternehmen, die von den Gasrebellen nicht ständig in die Schlagzeilen gebracht werden? Wird hier nicht ein städtisches Unternehmen unverantwortlich geschädigt?

Detlef Spitzenberg
Koniferenstraße 100
41542 Dormagen

 

(Quelle: Schaufenster)